Jul 16

Der Sportverein 1949 Bofsheim feierte seinen 60. Geburtstag mit einem Jubiläumssportfest. Der Verein kann heute auf 160 Mitglieder bauen, was im Vergleich zur Einwohnerzahl sehr beachtlich ist. Am ansprechenden Festbankett im Festzelt nahmen zahlreiche Besucher teil, die von der Vorsitzenden Doris Häfner begrüßt wurden.

In seiner Festansprache erinnerte Ortsvorsteher Werner Geiger daran, dass der Sportverein Bofsheim am 21. Mai 1949 ins Leben gerufen wurde und damit genau so alt ist wie die Bundesrepublik Deutschland. Der Ortsvorsteher hat den größten Teil der Vereinsgeschichte als aktiver Fußballer bzw. als langjähriges Vorstandsmitglied hautnah miterlebt. 60 Jahre Vereinsleben des SV Bofsheim bedeuteten, so Geiger, eine stolze und beachtenswerte Arbeit. Es habe Jahre mit Höhen und Tiefen gegeben. Besonders in den Anfangsjahren sei der Verein mehrmals auf der Kippe gestanden; die Verantwortlichen hätten es aber immer
wieder verstanden, den Verein am Leben zu erhalten. Geiger stellte hierbei auch den Idealismus der Mitglieder heraus.

Dann erinnerte Geiger an die Gründungsversammlung mit 30 Personen am 21. Mai 1949 im Gasthof „Ross“. Der
Gründungsausschuss – Kurt Wüstemann, Willi Rudolf, Gerhard Keller und Erich Mezger – hatte als Aufgaben des Vereins angegeben, die Jugend in Sport und Spiel zu kräftigen und die Kameradschaft zu fördern. Zunächst sollte nur Fußball gespielt werden. Später wollte man auch Leichtathletik und im Winter Schach anbieten. Aus dem Schachspielen wurde allerdings bis heute nichts. Die Vorstandswahlen wurden damals in geheimer Wahl mit folgendem Ergebnis durchgeführt: Vorsitzender Erwin Semel, Stellvertreter Albert Bauer, Schriftführer Willi Rudolf und Kassenwart Gerhard Keller. Die Fußballmannschaft des neu gegründeten Vereins nahm an den Verbandsspielen der B-Klasse teil, wo man zunächst Lehrgeld zahlen musste. Der erste Trainer
war Hans Reckert. In den folgenden Spielrunden lief es dann besser.

Zudem betätigte sich der Verein kulturell. Es wurde Theater gespielt, Sportfeste sowie Tanzveranstaltungen durchgeführt, was sich auch förderlich auf die Kameradschaft untereinander auswirkte. Durch den Anschluss der Spieler aus Hemsbach an den SV Bofsheim konnte der Spielermangel gegen Ende der 50er Jahre abgewendet werden. Die Sportfreunde aus Hemsbach haben in der Folgezeit Verantwortung in der Vorstandschaft übernommen. Sie sind aus dem SV nicht mehr wegzudenken.

Weiter führte Geiger die baulichen Maßnahmen an: 1959/60 wurde unter schwierigen Bedingungen unter Leitung des Vorsitzenden Richard Mezger eine kleinere Umkleide und Unterstellmöglichkeit geschaffen. Das alte Sportheim entstand. Ein weiterer Meilenstein war der Eintrag ins Vereinsregister 1996. Dann wurde der Platz in Eigenregie erweitert. Um ihn auch abends nutzen zu können, wurde der Beschluss gefasst, eine Flutlichtanlage zu erstellen, die 1969 in Betrieb genommen wurde. Die erweiterten Trainingsmöglichkeiten wirkten sich sehr positiv aus. 1978 wurde mit der Verlegung einer Wasser- und Abwasserleitung zum Sportplatz in Eigenleistung eine wichtige Voraussetzung für das 1983 bis 1985 gebaute Sportheim geschaffen. Dies war gleichzeitig die größte Baumaßnahme in der Vereinsgeschichte. Durch den Einsatz vieler Mitglieder,
mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde und des Badischen Sportbunds, konnte das Vorhaben in relativ kurzer Zeit unter dem damaligen Vorsitzenden Metzger verwirklicht werden.

1996/97 kam ein neuer Trainingsplatz hinzu. Geiger erwähnte auch die sportlichen Erfolge und die erfreuliche Entwicklung Anfang der 70er Jahre. So konnte 1970/71 erstmals eine zweite Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet werden. Ein Jahr später errang man die C-Klassen-Meisterschaft. Weiter ging der Ortsvorsteher auf die Entscheidung ein, mit dem SV Osterburken eine Spielgemeinschaft zu bilden, und würdigte deren Erfolge mit Trainer Bertram Kubach. Auch in der Jugend war man erfolgreich. Es gab eine Spielgemeinschaft mit dem SV Schlierstadt und dem VfL Eberstadt, die bis heute fortgesetzt wird. Die Jugendarbeit hat einen großen Stellenwert im SV. 1978 wurde eine Tischtennisabteilung ins Leben gerufen, die aber wegen Spielermangels Ende der 90er Jahre aufgelöst werden musste. Eine Damengymnastikgruppe wurde 1981 gegründet.

Bei der Generalversammlung 2003 gab es einen Vorstandswechsel. Nach Siegfried Frey, der das Amt 16 Jahre lang ausübte, wurde mit Doris Herold erstmals eine Frau zur Vorsitzenden gewählt. Nach den Ehrungen gratulierte der Bürgermeister und stellvertretende Sportkreisvorsitzende Jürgen Galm zum 60-jährigen Bestehen und betonte: „Der SV ist ein wichtiger Teil Bofsheims und der Stadt“. Der SV könne stolz sein auf das Geleistete. Zwei Vertreter der Fußballmannschaft dankten auch den Eltern für die Unterstützung und ebenso den Fans für die Begleitung bei den Auswärtsspielen.

Im Namen des VfL Eberstadt, des TSV Götzingen und der Spielvereinigung Sindolsheim übermittelte ein Vertreter des VfL Eberstadt Glückwünsche. Als Präsente wurden Fußbälle überreicht. Abschließend dankte Vorsitzende Doris Häfner allen, die zur Mitgestaltung des Festakts beigetragen hatten.

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des SV Bofsheim fanden auch Ehrungen für
treue Mitglieder und verdiente Sportkameraden statt. Geehrt wurden Vereinsaktive bzw. -funktionäre, die sich besondere Verdienste bei der Vereinsgründung erworben und sich aktiv im Vereinsleben bzw. als Spieler der ersten Mannschaft betätigt haben. Die Ehrungen nahm die SV-Vorsitzende Doris Häfner zusammen mit
dem stellvertretenden Vorsitzenden Rico Griebaum vor.

Mit Urkunden ausgezeichnet wurden: für 20 Jahre Boris Geiger und Harald Volk; für 30 Jahre Wolfgang Klein, Gunter Krämer, Reinhold Wörner, Gerald Klein, Helmut Kispert, Edgar Raiwet, Werner Schwab, Günther Herold, Manfred Geiger und Heinz Geiger. Für 40 Jahre wurden geehrt: Erich Märker, Karl Kunesch, Erhard Kolesinski, Günther Gramlich. Josef Schestak, Berthold Schwab, Emil Hartmann, Reinhold Senk, Hans-Jürgen Griebaum, Fritz Stähle und Herbert Sündermann. Für 50 Jahre: Kurt Rudolf, Willi Leiser, Heinz Keller, Erich Geiger, Klaus Geiger und Karl Bernhardt. Für 60 Jahre: Albert Hettinger, Andreas Bernhardt, Josef Bruckner, Erich Wissinger, Horst Herold, Willi Geiger, Karl Herold, Helmut Ullrich, Albert Bauer und Karl Salm.

Des Weiteren wurden Bertram Kubach für seine 19-jährige Tätigkeit als Trainer und Gebhard Herold, der das
Sportgelände seit Jahren vorbildlich in Schuss hält, jeweils mit einem Präsent Dank und große Anerkennung ausgesprochen. SV-Vorsitzende Doris Häfner gratulierte und dankte allen Geehrten für ihre Treue und ihr Engagement, verbunden mit dem Wunsch, dass sie auch weiterhin dem Verein die Treue halten mögen.

Text: Karl Heß



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